Meiner Meinung nach sind diese 69er, 70er und 71er Strats alles andere als Sparbrötchen oder ein Abklatsch der Pre-CBS Varianten. Natürlich gibt es merkbare Unterschiede zu den Klassikern der frühen 60er. Und das ist gut so. Jede Strat-Generation hat ihren ganz speziellen Charakter. Diese Instrumente prägten die Musik ihrer Zeit. Und 69/70 stand Hendrix auf dem Höhepunkt seiner leider viel zu kurzen Musikerkarriere. Wie wir ja bereits wissen, hatte das einen entscheidenden Einfluss auf die 69er Strat-Produktion.

Ja, diese frühe 69er klingt, wie eine 69er Strat klingen sollte. Sie kann singen und grollen. In den Zwischenpositionen zaubert sie herrlich kratzige Crunch-Sounds, die die Herzen eingefleischter Strat-Fans höher schlagen lässt. Diese späten 4-Punkt Jahrgänge sind phantastische Gitarren.

69er Strats unterscheiden sich oft voneinander. Ich möchte von mindestens 3 unterschiedlichen Varianten dieses Jahrgangs sprechen.

68 und 69 waren sogenannte Transition-Jahrgänge. Die Entwickler arbeiteten mit Hochdruck an Verbesserungen. Auf die Qualität dieser Verbesserungen werden wir in den Member-Bereichen näher eingehen.
Ja, wenn wir auch mit dieser Gitarre etwas spät in das Projekt "Die letzten 4-Punkt-Strats" einsteigen, so wäre es doch unverzeihlich, wenn wir es nicht täten.

Wie gesagt, es gibt viele interessante Unterschiede, die nicht in Vergessenheit geraten sollen.
Mehr im Memberbereich!

Packen wir es an. Ich verspreche euch jetzt schon interessante Bilder von super interessanteren Details.




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Strat des Monats


Fender Stratocaster aus dem ersten Halbjahr 1969 - SB - RW


Es ist schon interessant. Kein Stratocaster-Jahrgang wird mehr mit dem imageträchtigen Namen "Hendrix" in Verbindung gebracht als der Jahrgang 1969. Dabei spielte Hendrix viele Strats - aus unterschiedlichen Epochen. Hendrix besaß einige Strats. Eine Strat aus dem Jahre 60, weitere aus 64, noch mehr aus den Jahren 66, 67 und 68. Unter Hendrix- Kennern bekannt sein dürfte die 63er Stratocaster sein, die er größtenteils im Studio spielte. Interresant ist, dass er stets an einer weißen Stratocaster - mit Maple-Board - festgemacht wird, die angeblich aus 69 stammte. Allerdings studierte ich erst kürzlich  einen Artikel, in dem beschrieben wird, dass auch diese oly-white Strat, die in Woodstock eine Hauptrolle spielte, keine 69er, sondern eine 68er sein soll. Nun ja. Was ist schon ein Jährchen :-) ?

Eine "69er Stratocaster", die Hendrix besaß, wurde definitiv in 1969 gebaut. Seine erste Linkshänder-Stratocaster. Hendrix Vorliebe für Rechtshänder-Strats konnte damit nicht gebrochen werden. Öffentlich nutzte er diese Gitarre angeblich nur sehr selten.

Eine weitere Figur, die mit der 69er Stratocaster in Verbindung gebracht wird - ist "Blackmoore". Bis in die frühen 70er wurde er mit einer schwarzen Stratocaster gesehen, ebenfalls mit einem Maple-Board ausgestattet. Leider weiss man auch von dieser Gitarre, dass sie wohl im Jahre 68 gebaut wurde.

Man möge mir verzeihen, wenn die hier gemachten Angaben nicht der Wahrheit entsprechen sollten. Man liest so viel und vergisst sehr schnell (in meinem Alter :-).

Trotzdem sind auch 69er Stratocaster ganz hervorragende Instrumente. Außerdem bewirkte Hendrix eine spürbare Erhöhung der Stratocaster-Produktionszahlen. 1969 dürfte das Ende einer langen "Durststrecke" gewesen sein. Die Produktionszahlen stiegen durch die Unterstützung von Hendrix merklich an. Genaue Stückzahlen sind mir leider nicht bekannt. Nach einer langen Zeit der Baisse, hervorgerufen durch den sog. "Beatles-Knick", wurde endlich wieder Fenders Stratocaster nachgefragt. Dennoch möchte ich erwähnen, dass es gar nicht einfach ist, an eine "echte" 69er Fender Stratocaster zu gelangen.

Kein Wunder, dass dem Mythos - 69er Stratocaster - so viele nachjagen.

In der Berichterstattung über diese frühe Strat möchte ich auf die Besonderheiten dieser Gitarre eingehen. In den Jahren 1968 und 1969 tat sich einiges bei CBS-Fender. Gründe für die Veränderungen in jenen Jahren werden weniger einer durchaus möglichen "Innovationsfreude" der Entwickler zugeordnet. Fragt man Strat-Fans nach möglichen Gründen, so spricht keiner von Qualitätsverbesserungen durch die Veränderungen an den Strats. Vielmehr wird von "Gewinnmaximierung" gesprochen.

Stellt sich die Frage, ob das wirklich so war.

Erwähnenswert ist ganz sicher noch die Tatsache, dass die 69er Stratocaster - wohl auf Grund ihres besonderen "Images" und ihrer Seltenheit - sehr gerne kopiert wird. Ein Grund mehr, sich diese Gitarren einmal ganz genau anzuschauen.
Ach, gerade fällt mir noch ein, dass wenigstens einer meiner Lieblingsgitarristen eine 69er Stratocaster spielt. Michael Landau. Ganz original ist sie ja nicht mehr, das schwarze Teil klingt aber göttlich. :-)